Präeklampsie-Screening
In der Schwangerschaft geht es nicht nur um die aktuelle Entwicklung des ungeborenen Kindes, sondern auch um mögliche Risiken für die werdende Mutter und den weiteren Schwangerschaftsverlauf. Dazu gehört auch die Frage, ob ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie bestehen könnte.
Das Präeklampsie-Screening kann helfen, dieses individuelle Risiko frühzeitig einzuschätzen. So lässt sich der weitere Verlauf der Schwangerschaft gezielter begleiten und bei Bedarf enger überwachen.

Was ist ein Präeklampsie-Screening?
Das Präeklampsie-Screening ist eine Vorsorgeuntersuchung zur frühzeitigen Einschätzung des individuellen Risikos für eine Präeklampsie. Es handelt sich nicht um eine Diagnosestellung, sondern um eine Risikobewertung.
Die Untersuchung erfolgt als Bluttest zwischen der 11. und 13.
Schwangerschaftswoche. Dabei wird das Blut der Mutter auf bestimmte Proteine untersucht. Das Präeklampsie-Screening ist Teil des Ersttrimester-Screenings und kann mit einer Ultraschalluntersuchung kombiniert werden. Die Risikoberechnung erfolgt auf Grundlage standardisierter Kriterien.
ultraschallbasiert Organbeurteilung Fehlbildungsdiagnostik
Was wird beurteilt

Biochemische Blutwerte
Die Konzentrationen von PAPP-A und freiem ß-hCG als Grundlage der Risikoberechnung

Anamnese
Persönliche Vorgeschichte und bekannte Risikofaktoren im Zusammenhang mit Präeklampsie

Ultraschallparameter
Ergänzende Befunde aus der Ultraschalluntersuchung, die in die Einschätzung einfließen können

Präeklampsie-Risiko
Die statistische Wahrscheinlichkeit für das spätere Auftreten einer Präeklampsie

Weiterer Schwangerschaftsverlauf
Ob engmaschigere Kontrollen oder weitere Maßnahmen sinnvoll sein können

Wann wird ein Präeklampsie-Screening durchgeführt oder empfohlen?
Das Präeklampsie-Screening wird zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt.
Es kann insbesondere im frühen Schwangerschaftsverlauf sinnvoll sein, vor allem bei bekannten Risikofaktoren oder wenn eine erweiterte Vorsorge gewünscht ist. Ziel ist es, das individuelle Risiko frühzeitig einzuschätzen und den weiteren Schwangerschaftsverlauf entsprechend einzuordnen.
Wie läuft ein Präeklampsie-Screening ab?
Das Präeklampsie-Screening erfolgt im Rahmen einer frühen Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft. Grundlage ist eine Risikoberechnung, die auf biochemischen Werten und weiteren Parametern beruht.
Durchführung der Untersuchung
Beim Präeklampsie-Screening wird der Mutter Blut abgenommen. Untersucht werden dabei zwei bestimmte Proteine beziehungsweise Werte: PAPP-A und freies ß-hCG.
Das Screening basiert auf der Beobachtung, dass Frauen, die später in der Schwangerschaft an Präeklampsie erkranken, in der Regel niedrigere Konzentrationen von PAPP-A und höhere Konzentrationen von freiem ß-hCG aufweisen als Frauen ohne Präeklampsie. Das Präeklampsie-Screening kann als Teil des Ersttrimester-Screenings durchgeführt und mit einer Ultraschalluntersuchung kombiniert werden.

Auswertung und Befundbesprechung
Aus den gemessenen Werten wird ein individuelles Risikoprofil für Präeklampsie erstellt. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Anamnese, Ultraschallparametern und biochemischen Werten nach standardisierten Kriterien.
Das Ergebnis wird anschließend ärztlich eingeordnet und mit Ihnen besprochen. Dabei wird erklärt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für das spätere Auftreten einer Präeklampsie eingeschätzt wird und was das für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft bedeuten kann.
Was sagen die Ergebnisse aus?
Das Präeklampsie-Screening liefert eine statistische Einschätzung des individuellen Risikos. Es zeigt also, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Schwangere im weiteren Verlauf eine Präeklampsie entwickelt.
Die Risikoberechnung ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 % bei einer Falschpositivrate von etwa 5–10 % relativ genau. Trotzdem ist das Präeklampsie-Screening keine Diagnose. Es kann eine Präeklampsie nicht sicher bestätigen und auch nicht mit Sicherheit ausschließen.
Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet daher nicht, dass eine Erkrankung sicher ausgeschlossen ist. Auch bei unauffälligem Ergebnis bleibt die reguläre Schwangerschaftsvorsorge wichtig. Ein erhöhtes Risiko bedeutet umgekehrt nicht, dass die Erkrankung sicher eintreten wird, sondern dass eine engere Beobachtung und ärztliche Einordnung sinnvoll sein können.
Sicherheit und mögliche Risiken
Das Präeklampsie-Screening ist ein Bluttest und dient der frühzeitigen Risikoeinschätzung. Die Grenzen des Screenings liegen vor allem in seiner Aussagekraft. Es handelt sich um eine Vorsorgeuntersuchung zur Risikobewertung, nicht um eine sichere Diagnostik. Gerade deshalb ist die Einordnung des Ergebnisses im Zusammenhang mit der gesamten Schwangerschaftssituation besonders wichtig.

„Das Präeklampsie-Screening dient der frühzeitigen Einschätzung eines individuellen Risikos.
Entscheidend ist dabei die Kombination aus Anamnese, Ultraschallparametern und biochemischen Werten nach standardisierten Kriterien.“
Frau Dr. Christiane Achenbach
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Spezielle Geburtshilfe Perinatalmedizin
DEGUM II · FMF London (ETS Stufe II)
Weiterführende Diagnostik oder ergänzende Untersuchungen
Wenn das Präeklampsie-Screening ein erhöhtes Risiko ergibt, können weitere Untersuchungen und eine engmaschigere Überwachung sinnvoll sein. Dazu können eine häufigere Kontrolle von Blutdruck und Urin sowie eine Überweisung an einen Spezialisten für Schwangerschaftserkrankungen gehören.
Je nach individuellem Risiko kann auch eine Behandlung mit niedrig dosiertem Aspirin, also ASS, empfohlen werden, um das Risiko einer Präeklampsie zu reduzieren. Bei hohem Risiko oder schweren Symptomen kann auch eine vorzeitige Entbindung notwendig sein, um Komplikationen für Mutter und Kind zu vermeiden. Welche Schritte im Einzelfall sinnvoll sind, wird immer individuell ärztlich besprochen.
Unser Anspruch in der Untersuchung und Begleitung
Wir legen Wert auf eine verständliche, sorgfältige und fachlich fundierte Untersuchung. Ergebnisse werden nachvollziehbar eingeordnet und in Ruhe mit Ihnen besprochen.
Im Pränatalzentrum Essen begleiten wir Sie mit Empathie, offener Kommunikation und medizinischer Erfahrung. Ziel ist eine verlässliche Einschätzung und eine Betreuung, die sich an Ihrer individuellen Situation orientiert.
Häufige Fragen zum Präeklampsie-Screening vereinbaren
Präeklampsie, auch als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet, ist eine Schwangerschaftserkrankung. Sie ist durch eine plötzliche Erhöhung des Blutdrucks und eine erhöhte Eiweißausscheidung im Urin gekennzeichnet. Sie tritt in der Regel nach der 20. Schwangerschaftswoche auf, kann aber auch später im Verlauf der Schwangerschaft oder nach der Geburt auftreten.
Die Diagnose von Präeklampsie erfolgt in der Regel durch eine Kombination von Symptomen und Laboruntersuchungen. Dazu gehört eine regelmäßige Blutdruckmessung sowie eine Urinanalyse, um den Proteingehalt zu bestimmen. Zusätzlich zur Blutdruckmessung und Urinanalyse werden bei der Diagnose von Präeklampsie auch andere klinische Symptome berücksichtigt, wie z.B. starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Schwellungen im Gesicht oder an den Händen und Füßen. In schwereren Fällen von Präeklampsie können auch Anzeichen von Organversagen wie Leber- und Nierenfunktionsstörungen auftreten.
Nein. Das Screening kann das Risiko statistisch einschätzen, eine Präeklampsie jedoch nicht mit Sicherheit ausschließen. Auch bei unauffälligem Ergebnis bleibt eine regelmäßige Schwangerschaftsvorsorge wichtig.
Ziel des Präeklampsie-Screenings ist es, das individuelle Risiko für das Auftreten einer Präeklampsie im weiteren Schwangerschaftsverlauf frühzeitig einzuschätzen. Es handelt sich um eine Vorsorgeuntersuchung zur Risikobewertung, nicht um eine Diagnosestellung.
Bei einem erhöhten Risiko besprechen wir gemeinsam mögliche präventive Maßnahmen und den weiteren Verlauf der Schwangerschaft. Ziel ist eine engmaschigere Betreuung und frühzeitige Reaktion, nicht die Vorwegnahme einer Erkrankung.
Das Präeklampsie-Screening kann insbesondere im frühen Schwangerschaftsverlauf sinnvoll sein, vor allem bei bekannten Risikofaktoren oder auf Wunsch nach einer erweiterten Vorsorge.