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Ersttrimester-Screening

Das Ersttrimester-Screening ist eine pränatale Untersuchung in der frühen Schwangerschaft. Es dient dazu, mögliche Hinweise auf chromosomale Auffälligkeiten und bestimmte Anomalien beim ungeborenen Kind frühzeitig zu erkennen und medizinisch einzuordnen.

Für werdende Eltern kann das Ersttrimester-Screening eine wichtige Orientierung sein. Die Untersuchung liefert eine statistische Risikobewertung und kann helfen, die individuelle Schwangerschaftssituation besser einzuschätzen und das weitere Vorgehen in Ruhe zu besprechen.

Was ist ein Ersttrimester-Screening?

Das Ersttrimester-Screening ist eine nicht-invasive Untersuchung der Pränataldiagnostik. Es kombiniert eine Blutuntersuchung der Mutter mit einer hochauflösenden Ultraschalluntersuchung des ungeborenen Kindes.

Ziel der Untersuchung ist es, das individuelle Risiko für bestimmte chromosomale Auffälligkeiten und Anomalien einzuschätzen. Das Ersttrimester-Screening ist dabei keine endgültige Diagnose, sondern eine Risikobewertung. Wenn sich Auffälligkeiten zeigen, können weitere Untersuchungen folgen.

nicht-invasiv frühe Risikoabschätzung Nackentransparenzmessung

Was wird untersucht

Mütterliche Blutwerte
Die Konzentration von PAPP-A und freiem ß-hCG im Blut der Mutter

Nackentransparenz
Die Dicke der Nackenfalte des Fötus als wichtiger Ultraschallbefund

Morphologische Auffälligkeiten
Hinweise auf sichtbare Besonderheiten in der Entwicklung des ungeborenen Kindes

Plazentaversorgung
Die Versorgung des Fötus über die Plazenta als Teil der Risikoberechnung

Chromosomale Auffälligkeiten
Hinweise auf mögliche Trisomien wie Trisomie 13, 18 oder 21

Wann wird ein Ersttrimester-Screening durchgeführt oder empfohlen?

Das Ersttrimester-Screening wird zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Besonders sinnvoll kann die Untersuchung sein, wenn bereits genetische Erkrankungen in der Familie bekannt sind, wenn in einer früheren Schwangerschaft ein Kind mit einer Chromosomenanomalie geboren wurde oder wenn aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko vorliegt. Das Ersttrimester-Screening kann in solchen Situationen helfen, mögliche Auffälligkeiten frühzeitig einzuordnen.

Wie läuft ein Ersttrimester-Screening ab?

Das Ersttrimester-Screening besteht aus zwei Hauptbestandteilen: einer Blutuntersuchung und einer Ultraschalluntersuchung. Beide Untersuchungsteile werden gemeinsam ausgewertet, um eine individuelle Risikoberechnung zu erstellen.

Durchführung der Untersuchung

Beim Ersttrimester-Screening wird der Patientin Blut abgenommen und eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung am ungeborenen Kind durchgeführt.

  • Blutuntersuchungen:

    Der Bluttest misst die Konzentration von zwei Hormonen im Blut der Mutter: das Schwangerschafts-assoziierte Plasmaprotein A, kurz PAPP-A, und das freie ß-hCG. Ungewöhnliche Werte können ein Hinweis auf chromosomale Anomalien sein.
  • Nackenfaltenmessung (Nackentransparenzmessung):

    Im Ultraschall wird unter anderem die Nackentransparenz des Fötus gemessen. Dabei handelt es sich um die Dicke der Nackenfalte. Eine erhöhte Nackenfaltendicke kann auf genetische Störungen, insbesondere Trisomien wie Trisomie 21, hindeuten.

Auswertung und Befundbesprechung

Die Ergebnisse des Ersttrimester-Screenings werden nicht isoliert betrachtet. Das individuelle Risiko wird aus mehreren Faktoren berechnet und anschließend ärztlich eingeordnet.

In die Risikoberechnung fließen unter anderem folgende Faktoren ein:

  • Breite der Nackentransparenz
  • mütterliches Alter
  • morphologische Auffälligkeiten
  • Versorgung des Fetus über die Plazenta
  • Hormonwerte im Blut der Mutter
  • Konzentration von PAPP-A und ß-hCG im mütterlichen Blut

Die Ergebnisse werden im Anschluss im Zusammenhang mit dem individuellen Schwangerschaftsverlauf besprochen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Werte, sondern um deren medizinische Einordnung in Ihrer persönlichen Situation.


Was sagen die Ergebnisse aus?

Die Ergebnisse des Ersttrimester-Screenings liefern Wahrscheinlichkeitsangaben und keine sichere Diagnose. Sie zeigen also nicht mit letzter Sicherheit, ob eine Chromosomenabweichung vorliegt, sondern geben an, wie hoch das statistische Risiko dafür ist.

Das Ersttrimester-Screening kann Hinweise auf mögliche Chromosomenabweichungen wie Trisomie 13, 18 oder 21 geben. Es kann außerdem Hinweise auf bestimmte Fehlbildungen, zum Beispiel Herzfehler, liefern.

Ein errechnetes Risiko von unter 1:1000 bedeutet beispielsweise ein geringes Risiko für eine Trisomie. Das heißt: Unter 1000 Frauen mit einem vergleichbaren Testergebnis würde bei einer Frau das Kind möglicherweise eine Trisomie aufweisen. Je höher die Zahl nach dem Doppelpunkt ist, desto geringer ist das statistische Risiko für eine Chromosomenabweichung.

Wichtig ist dabei: Ein unauffälliges Ergebnis ist keine Garantie dafür, dass das Kind gesund ist. Umgekehrt bedeutet ein auffälliges Ergebnis noch nicht, dass tatsächlich eine Erkrankung oder Chromosomenanomalie vorliegt. Das Ersttrimester-Screening ist eine Screening-Untersuchung mit hoher Trefferquote, aber keine endgültige Diagnostik.


Sicherheit und mögliche Risiken

Das Ersttrimester-Screening ist eine nicht-invasive Untersuchung. Das bedeutet, dass kein eingreifender medizinischer Eingriff am ungeborenen Kind erfolgt.

Das eigentliche Thema bei Sicherheit und Risiko liegt daher vor allem in der Aussagekraft der Untersuchung. Das Ersttrimester-Screening kann wichtige Hinweise geben, aber keine hundertprozentige Sicherheit bieten. Es liefert eine medizinisch hilfreiche Risikoeinschätzung, hat aber klare diagnostische Grenzen. Genau deshalb ist die sorgfältige ärztliche Einordnung der Ergebnisse besonders wichtig.

„Das Ersttrimester-Screening liefert statistische Wahrscheinlichkeiten für chromosomale Auffälligkeiten.
Die ärztliche Aufgabe besteht darin, diese Ergebnisse fachlich korrekt einzuordnen und in den individuellen Schwangerschaftsverlauf zu integrieren.“
Frau Dr. Christiane Achenbach

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Spezielle Geburtshilfe Perinatalmedizin

DEGUM II · FMF London (ETS Stufe II)

Weiterführende Diagnostik oder ergänzende Untersuchungen

Wenn das Ersttrimester-Screening ein erhöhtes Risiko zeigt, können weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Welche weiteren Schritte infrage kommen, hängt immer vom konkreten Befund und von der individuellen Situation ab.

Sobald Auffälligkeiten vorliegen, können weiterführende Untersuchungen wie beispielsweise eine Chorionzottenbiopsie oder eine Amniozentese durchgeführt werden, um klarere Aussagen zu möglichen Anomalien treffen zu können. Welche Untersuchung in der jeweiligen Situation medizinisch sinnvoll ist, wird individuell mit Ihnen besprochen.

Bei speziellen Fragestellungen arbeiten wir mit der Humangenetik der Firma Amedes in Essen sowie mit dem Labor Enders in Stuttgart zusammen. Auch mit Laboren in München und anderen Orten stehen wir in enger Zusammenarbeit. Gegebenenfalls vereinbaren wir direkt einen weiterführenden Termin für Sie.

Unser Anspruch in der Untersuchung und Begleitung

Unser Anspruch ist eine sorgfältige, verständliche und fachlich fundierte Begleitung. Wir möchten, dass Sie nachvollziehen können, wie das Ersttrimester-Screening abläuft, was die Ergebnisse bedeuten und welche Grenzen die Untersuchung hat.

Wenn Sie sich für pränatale Diagnostik entscheiden, begleiten wir Sie im Pränatalzentrum Essen mit Empathie, offener Kommunikation und fachlicher Kompetenz. Ergebnisse und mögliche nächste Schritte werden in Ruhe mit Ihnen besprochen.

Häufige Fragen zum Ersttrimester-Screening

Nein. Das Ersttrimester-Screening ist eine freiwillige Untersuchung. Ob sie für Sie sinnvoll ist, entscheiden Sie nach ärztlicher Beratung.

Ein auffälliges Ergebnis ist zunächst kein Krankheitsnachweis, sondern stellt ein erhöhtes statistisches Risiko dar. In diesem Fall besprechen wir mit Ihnen in Ruhe, ob und welche weiterführenden Untersuchungen medizinisch sinnvoll sein können. Dabei entscheiden Sie jederzeit selbst, ob und welche Schritte Sie gehen möchten.

Ein unauffälliges Ergebnis weist auf ein geringes statistisches Risiko hin, stellt jedoch keine Garantie dar. Das Erstrimesterscreening ersetzt keine Diagnostik.

Das Ersttrimester-Screening ist eine kombinierte Risikoberechnung, die auf Ultraschallbefunden und mütterlichen Blutwerten basiert. Der NIPT (Nicht-invasiver Pränataltest) untersucht zellfreie fetale DNA im mütterlichen Blut und bezieht sich gezielt auf bestimmte Chromosomenveränderungen.

Beide Verfahren verfolgen unterschiedliche Ansätze und beantworten unterschiedliche Fragestellungen. Welche Untersuchung im individuellen Fall sinnvoll ist, besprechen wir im ärztlichen Gespräch.

Das Ersttrimester-Screening ist eine individuelle Gesundheitsleistung, also eine IGeL. Das bedeutet, dass die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Die Preise können daher von Praxis zu Praxis variieren.