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Katheter-Applikation

Wenn sich beim ungeborenen Kind Flüssigkeit in Körperhöhlen ansammelt, kann das die Entwicklung betroffener Organe beeinträchtigen und den weiteren Schwangerschaftsverlauf beeinflussen. In bestimmten Situationen kann dann eine gezielte pränatale Behandlung sinnvoll sein, um die Situation zu entlasten und Komplikationen zu vermeiden.

Die Katheter-Applikation ist ein minimalinvasiver Eingriff, der in solchen Fällen eingesetzt werden kann. Im Pränatalzentrum Essen erfolgt die Behandlung mit fachlicher Erfahrung, unter sorgfältiger Ultraschallkontrolle und mit dem Anspruch, Ablauf, Ziel, Grenzen und Nachsorge verständlich zu erklären.

Was ist eine Katheter-Applikation?

Die Katheter-Applikation ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen des ungeborenen Kindes. Dabei wird ein dünner Katheter in die betroffene Körperhöhle eingebracht, um die angesammelte Flüssigkeit abzuleiten.

Ziel des Eingriffs ist es, die Flüssigkeitsansammlung zu entleeren und einen erneuten Rückstau möglichst zu verhindern. So kann die Funktion betroffener Organe entlastet und die weitere Entwicklung des Fötus unterstützt werden.

minimalinvasiv Ultraschallkontrolle Flüssigkeitsableitung

Was wird behandelt

Flüssigkeitsansammlungen
Angesammelte Flüssigkeit in Körperhöhlen des ungeborenen Kindes wird gezielt abgeleitet

Betroffene Körperhöhlen
Behandelt werden können zum Beispiel Pleuraergüsse, Ascites, Hydrops, Hydronephrose oder LUTO

Organfunktion
Die Entlastung soll Funktionseinschränkungen betroffener Organe möglichst reduzieren

Weiterer Verlauf
Nach dem Eingriff wird kontrolliert, ob die Entlastung stabil bleibt und ob weitere Maßnahmen nötig sind

Wann wird eine Katheter-Applikation durchgeführt oder empfohlen?

Eine Katheter-Applikation wird dann in Betracht gezogen, wenn beim ungeborenen Kind behandlungsbedürftige Flüssigkeitsansammlungen bestehen. Diese können durch fetale Fehlbildungen, idiopathische Ursachen oder andere Erkrankungen verursacht werden.

Behandelt werden können insbesondere:

  • Pleuraergüsse
  • Ascites
  • Hydrops
  • Hydronephrose
  • LUTO (lower urinary tract obstruction)

Ein Pleuraerguss ist eine Flüssigkeitsansammlung in der Körperhöhle um die Lunge. Ascites bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum. Hydrops beschreibt Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen und unter der Haut. Hydronephrose ist eine Ansammlung von Urin im Nierenbecken. LUTO ist eine Störung im Harntrakt des Fötus, die zu einer Stauung von Urin in der Harnblase führt.

Wie läuft eine Katheter-Applikation ab?

Die Katheter-Applikation ist ein minimalinvasiver Eingriff, der unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird. Ziel ist es, die angesammelte Flüssigkeit gezielt abzuleiten und die Situation des ungeborenen Kindes zu entlasten.

Durchführung der Untersuchung

Bei der Katheter-Applikation wird ein dünner Katheter durch eine Nadel in die betroffene Körperhöhle des Fötus eingeführt. Über den Katheter wird die Flüssigkeitsansammlung entleert.

Anschließend wird der Katheter mit einem Schlauch verbunden, über den die Flüssigkeit aus der Körperhöhle des Fötus abfließen kann.

Dadurch soll ein Gleichgewicht zwischen der Flüssigkeitsproduktion des Fötus und dem Abfluss hergestellt werden, um eine erneute Ansammlung von Flüssigkeit zu verhindern.

Auswertung und Befundbesprechung

Nach der Katheter-Applikation ist eine engmaschige Kontrolle wichtig. Dabei wird beurteilt, wie sich der Zustand des Fötus entwickelt und ob die Entlastung der betroffenen Körperhöhle stabil ist.

Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen helfen dabei, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Im Gespräch wird mit Ihnen besprochen, wie die Situation nach dem Eingriff einzuordnen ist und ob weitere Maßnahmen notwendig sein können.


Was sagen die Ergebnisse aus?

Die Katheter-Applikation ist in erster Linie ein therapeutischer Eingriff und keine diagnostische Untersuchung im engeren Sinn. Sie zeigt, dass eine behandlungsbedürftige Flüssigkeitsansammlung vorliegt, die medizinisch entlastet werden soll.

Für die weitere Beurteilung ist entscheidend, wie sich der Zustand des Fötus nach dem Eingriff entwickelt und ob die Flüssigkeitsansammlung kontrolliert werden kann. Die regelmäßigen Verlaufskontrollen dienen dazu, die Stabilität der Situation zu beurteilen und mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Die Katheter-Applikation kann helfen, Komplikationen und Funktionseinschränkungen betroffener Organe zu reduzieren. Ob ein weiterer Eingriff erforderlich wird oder die Schwangerschaft stabil fortgeführt werden kann, hängt immer von der individuellen Entwicklung ab.


Sicherheit und mögliche Risiken

Die Katheter-Applikation ist ein minimalinvasiver Eingriff. Nach dem Eingriff ist eine regelmäßige und erfahrene Überwachung erforderlich ist, um mögliche Komplikationen oder Veränderungen im Zustand des Fötus frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Die Sicherheit des Verfahrens beruht wesentlich auf einer sorgfältigen Durchführung unter Ultraschallkontrolle sowie auf der engmaschigen Nachsorge. Die Grenzen des Eingriffs liegen darin, dass auch nach erfolgreicher Katheter-Applikation die weitere Schwangerschaft streng überwacht werden muss und je nach Verlauf weitere Eingriffe notwendig werden können.

„Die Katheter-Applikation ist ein gezieltes minimalinvasives Verfahren, wenn Flüssigkeitsansammlungen beim ungeborenen Kind zu einer funktionellen Belastung führen. Entscheidend sind dabei eine präzise sonographische Steuerung, eine sorgfältige Indikationsstellung und eine engmaschige Verlaufskontrolle nach dem Eingriff.“
Frau Dr. Christiane Achenbach

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Spezielle Geburtshilfe Perinatalmedizin

DEGUM II · FMF London (ETS Stufe II)

Weiterführende Diagnostik oder ergänzende Untersuchungen

Nach der Katheter-Applikation sind regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und eine strenge Überwachung des weiteren Schwangerschaftsverlaufs erforderlich. So kann beurteilt werden, ob der Zustand des Fötus stabil bleibt und ob weitere Eingriffe notwendig werden.

Welche ergänzenden Untersuchungen oder weiteren Maßnahmen sinnvoll sind, hängt immer von der zugrunde liegenden Fehlbildung, von der Art der Flüssigkeitsansammlung und vom Verlauf nach dem Eingriff ab. Das weitere Vorgehen wird individuell ärztlich mit Ihnen besprochen.

Unser Anspruch in der Untersuchung und Begleitung

Wir legen Wert auf eine verständliche, sorgfältige und fachlich fundierte Begleitung. Ablauf, Ziel des Eingriffs, mögliche Grenzen und die notwendige Nachsorge werden nachvollziehbar erklärt.

Im Pränatalzentrum Essen begleiten wir Sie mit Empathie, offener Kommunikation und medizinischer Erfahrung. Gerade bei spezialisierten pränatalen Eingriffen ist uns eine ruhige und verlässliche Einordnung besonders wichtig.

Häufige Fragen zur Katheter-Applikation

Das Ziel der Katheter-Applikation ist es, Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen des ungeborenen Kindes zu entlasten. Dadurch sollen Komplikationen und Funktionseinschränkungen betroffener Organe möglichst reduziert werden.

Eine Katheter-Applikation kann zum Beispiel bei Pleuraergüssen, Ascites, Hydrops, Hydronephrose oder LUTO in Betracht gezogen werden. Ob der Eingriff sinnvoll ist, hängt immer von der zugrunde liegenden Ursache und der individuellen Situation ab.

Bei dem Eingriff wird ein dünner Katheter in die betroffene Körperhöhle des Fötus eingebracht. Dieser wird mit einem Schlauch verbunden, über den die Flüssigkeit abfließen kann. So soll eine erneute Ansammlung möglichst verhindert werden.

Nicht unbedingt. Auch nach einer Katheter-Applikation können weitere Kontrollen oder Eingriffe erforderlich werden. Das hängt davon ab, wie sich der Zustand des Fötus weiterentwickelt und ob die Flüssigkeitsansammlung dauerhaft kontrolliert werden kann.