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Chorionzotten-Biopsie

Wenn in der Schwangerschaft der Verdacht auf eine genetische Auffälligkeit besteht oder ein erhöhtes Risiko genauer abgeklärt werden soll, kann eine weiterführende pränatale Untersuchung sinnvoll sein. Die Chorionzotten-Biopsie gehört zu den Verfahren, mit denen genetische Fragestellungen bereits in einem frühen Schwangerschaftsstadium genauer untersucht werden können.

Für werdende Eltern kann diese Untersuchung eine wichtige Grundlage für die weitere Einordnung der Schwangerschaft sein. Im Pränatalzentrum Essen erfolgt die Chorionzotten-Biopsie mit fachlicher Erfahrung und dem Anspruch, den Ablauf, die Möglichkeiten und die Grenzen der Untersuchung verständlich zu erklären.

Was ist eine Chorionzotten-Biopsie?

Die Chorionzotten-Biopsie ist ein invasiver pränataler Test. Dabei wird eine kleine Probe von Plazentagewebe entnommen, das genetisches Material des Babys enthält.

Dieses Material kann auf Chromosomenanomalien und andere genetische Störungen untersucht werden. Die Chorionzotten-Biopsie ermöglicht damit eine frühe genetische Abklärung und bietet eine höhere Genauigkeit als andere pränatale Tests wie die Nackenfaltenmessung oder der Triple-Test.

invasiv frühe genetische Diagnostik Chromosomenanalyse

Was wird untersucht

Plazentagewebe
Eine kleine Gewebeprobe aus der Plazenta mit genetischem Material des ungeborenen Kindes

Chromosomensatz
Die Anzahl und Struktur aller Chromosomen des Kindes

Häufige Chromosomenstörungen
Erste Hinweise per Schnelltest auf häufige chromosomale Auffälligkeiten

Weitere genetische Auffälligkeiten
Genetische Veränderungen, die im Rahmen der Untersuchung weiter abgeklärt werden können

Wann wird eine Chorionzotten-Biopsie durchgeführt oder empfohlen?

Die Chorionzotten-Biopsie wird in der Regel zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Sie kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko für genetische Störungen besteht oder wenn in der Familie bereits entsprechende Erkrankungen bekannt sind. Auch bei auffälligen Vorbefunden kann die Untersuchung eine wichtige weiterführende Abklärung ermöglichen.

Wie läuft eine Chorionzotten-Biopsie ab?

Die Chorionzotten-Biopsie ist ein invasives Untersuchungsverfahren, das unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird. Ziel ist es, Gewebe aus der Plazenta zu entnehmen, um eine genetische Untersuchung zu ermöglichen.

Durchführung der Untersuchung

Zu Beginn wird mithilfe eines Ultraschallgeräts die Position der Plazenta und des Fetus bestimmt. Anschließend wird ein dünner Katheter oder eine Nadel durch die Bauchdecke in die Plazenta eingeführt, um eine kleine Probe von Chorionzotten zu entnehmen.

Die Prozedur dauert in der Regel etwa 30 Minuten und wird von erfahrenen Fachärzten durchgeführt.

Untersucht wird der komplette Chromosomensatz in seiner Anzahl und Struktur. Für die häufigsten Chromosomenstörungen ist ein Schnelltest meist bereits nach einem Tag, manchmal sogar am Punktionstag, verfügbar. Das endgültige Ergebnis liegt in der Regel nach ein bis zwei Wochen vor, abhängig von Materialmenge und Materialqualität.

Auswertung und Befundbesprechung

Die entnommene Gewebeprobe wird genetisch untersucht. Die Ergebnisse werden anschließend ärztlich eingeordnet und mit Ihnen besprochen.

Dabei geht es nicht nur um den Befund selbst, sondern auch um seine Bedeutung für Ihre individuelle Situation. Wenn sich Auffälligkeiten ergeben, wird das weitere Vorgehen in Ruhe mit Ihnen besprochen.


Was sagen die Ergebnisse aus?

Die Chorionzotten-Biopsie ermöglicht eine genetische Untersuchung des entnommenen Plazentagewebes. So können Chromosomenanomalien und andere genetische Störungen untersucht werden.

Die Untersuchung liefert damit eine sehr genaue Grundlage für die weitere Einordnung genetischer Fragestellungen in der Schwangerschaft. Der komplette Chromosomensatz wird in seiner Anzahl und Struktur untersucht.

Ein Schnelltest kann früh erste Hinweise auf die häufigsten Chromosomenstörungen geben. Das endgültige Ergebnis benötigt jedoch mehr Zeit. Welche Bedeutung ein Befund im Einzelfall hat, muss immer im ärztlichen Gespräch eingeordnet werden.


Sicherheit und mögliche Risiken

Die Chorionzotten-Biopsie ist eine invasive Untersuchung. Das bedeutet, dass im Gegensatz zu einem reinen Bluttest oder Ultraschall ein Eingriff erfolgt.

Bei Durchführung besteht durch eine erfahrene Untersucherin oder einen erfahrenen Untersucher ein extrem geringes Abortrisiko. Der Berufsverband Niedergelassener Pränataldiagnostiker beschreibt dieses Risiko mit etwa 1: unendlich, also nahezu 0. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die in älteren Aufklärungsbögen sowie Leit- und Richtlinien kommunizierten Risiken aus den späten 80er und frühen 90er Jahren stammen und nach Darstellung des Verbandes vor dem Hintergrund moderner Punktionstechnik und eines modernen Punktionsverständnisses in der Hand von Spezialistinnen und Spezialisten nicht mehr korrekt sind.

Unabhängig davon ist eine sorgfältige ärztliche Aufklärung vor der Untersuchung wichtig, damit Nutzen, Ablauf und individuelle Risiken nachvollziehbar besprochen werden können.

„Die Chorionzotten-Biopsie ermöglicht bereits in einem frühen Schwangerschaftsstadium eine gezielte genetische Abklärung. Entscheidend sind dabei eine sorgfältige Indikationsstellung, eine präzise Durchführung und eine verständliche ärztliche Einordnung der Ergebnisse.“
Frau Dr. Christiane Achenbach

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Spezielle Geburtshilfe Perinatalmedizin

DEGUM II · FMF London (ETS Stufe II)

Weiterführende Diagnostik oder ergänzende Untersuchungen

Wenn die Chorionzotten-Biopsie durchgeführt wird, dient sie der gezielten genetischen Abklärung bei einer entsprechenden Fragestellung. Welche weiteren Schritte sich daraus ergeben, hängt vom Ergebnis und von der individuellen Situation ab.

Wenn nach der Untersuchung oder nach Vorliegen der Ergebnisse weiterer Klärungsbedarf besteht, wird das weitere Vorgehen gemeinsam mit Ihnen besprochen. Dabei geht es immer um eine individuelle ärztliche Einordnung und nicht um automatische Folgeschritte.

Unser Anspruch in der Untersuchung und Begleitung

Wir legen Wert auf eine sorgfältige, verständliche und fachlich fundierte Begleitung. Der Ablauf der Chorionzotten-Biopsie, die Aussagekraft der Untersuchung und mögliche Risiken werden nachvollziehbar erklärt.

Im Pränatalzentrum Essen nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und begleiten Sie mit Empathie, offener Kommunikation und medizinischer Erfahrung. Ziel ist eine verlässliche Einordnung in einer persönlichen und sensiblen Situation.

Häufige Fragen zur Chorionzotten-Biopsie

Für die häufigsten Chromosomenstörungen ist ein Schnelltest meist nach einem Tag, manchmal sogar bereits am Punktionstag, verfügbar. Das endgültige Ergebnis dauert in der Regel ein bis zwei Wochen, abhängig von Materialmenge und Materialqualität.

Bei Durchführung durch eine erfahrene Untersucherin oder einen erfahrenen Untersucher besteht ein extrem geringes Abortrisiko. Die individuelle Aufklärung vor dem Eingriff ist dabei sehr wichtig.

Nach der Punktion sollten Sie für etwa eine halbe Stunde in der Klinik bleiben, damit sichergestellt werden kann, dass es Ihnen gut geht. In den folgenden Tagen sollten Sie sich schonen und körperliche Anstrengungen vermeiden. Spazierengehen und leichte Tätigkeiten sind in Ordnung, schwere körperliche Arbeit sollten Sie vermeiden.

Wenn Sie nach der Untersuchung Schmerzen, Blutungen, Fruchtwasserabgang oder ein allgemeines Unwohlsein verspüren, sollten Sie sich sofort an Ihren Frauenarzt wenden.

Die Chorionzotten-Biopsie kann besonders sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko für genetische Störungen besteht, wenn eine familiäre Vorgeschichte von Erkrankungen vorliegt oder wenn auffällige Vorbefunde weiter abgeklärt werden sollen.